Konzept

hier gibt es einige Informationen auf deutsch.
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ALGORITHMUS und RHYTHMUS

“Institut für Algorhythmik” wurde 2008 von Shintaro Miyazaki gegründet und ist ein laufendes unabhängiges Kunst-, Kurator-, Forschungs- und Designprojekt, das nach algorhythmischen Strukturen und Signalen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft, Kultur und im Alltagsleben sucht.

Algorhythmus(**) ist eine ernst gemeinte gedankliche Verknüpfung von ALGORITHMUS mit RHYTHMUS. Ein Algorithmus ist eine endliche Sequenz von Schritt-für-Schritt Instruktionen, ein Prozess um ein bestimmtes Problem zu lösen. Algorithmen kommen sehr oft in Computerprogrammen vor, aber werden auch im Alltag zum Beispiel in Form eines Kochrezeptes anwendet. Rhythmus andererseits wird als eine zeitliche Ordnung von Bewegung (nach Platon) definiert. Jeder kennt den Rhythmus seines Herzes oder tanzt zum Rhythmus eines Musikstücks.

Algorhythmen entstehen, wenn reale physikalische Materie von symbolischen Strukturen wie Befehle, die als Code gespeichert ist, kontrolliert werden. Algorhythmen zeigen, dass unsere digitale Kultur nicht immateriell und nur virtuell ist, sondern eine reale Basis hat und in Zeit aufgeteilt ist. Zeit und Musik werden wichtige Aspekte um Medientechnologien zu verstehen. Mit einem kleinen wissenschaftlichen Aufwand, lassen sich unsicht- und unhörbare elektromagnetische Wellen hörbar machen. Wenn man diesen digital modulierten Signalen zuhört, erkennt man deren rhythmischen Charakter. Solche Algorhythmen kann man bei allen digital arbeitenden Medientechnologien, so auch in Geräten der Unterhaltungsindustrie und auch bei kabellosen digitalen Netzwerken wie WLAN, GSM, UMTS, Bluetooth, digitales Fernsehen und Radio, auffinden.

Das “Institut für Algorhythmik” stellt fest, dass wir im Alltag von unhörbaren, unsichtbaren Algorhythmen umgeben sind und behauptet, dass diese allgegenwärtig seien. Als laufendes Kunst- und Forschunsgprojekt ist das “Institut für Algorhythmik” auf der Suche und auf der “Höre” nach Algorhythmen, die - so die Behauptung - als epistemische Modelle für ein besseres Verständnis von digitaler Medientechnologien und Unterhaltungselektronik dienen sollen und ist fortlaufend auf der Suche nach Formen der Zusammenarbeit mit Künstler, Medientheoretikern, Denkern etc. Das “Institut für Algorhythmik” produziert Texte, Musik, Performances, Ausstellungen, Vorträge etc.

** Mehr über Algorhythmen ist hier nachzulesen: »Das Algorhythmische. Microsounds als zei(t)kritische Schwellenphänome zwischen Sounds und Rhythmen«, in: Volmar, Axel, (Hrsg.): Zeitkritische Medien, Berlin: Kadmos, 2009, S. 383 - 396.

(c) 2010 Shintaro Miyazaki.